Elbenfürst

Was an jenem Morgen geschah
Ist einzigartig und unfaßbar.
Durch fremde Lande führt’ mich mein Weg
Als plötzlich ein dichter Nebel sich legt

Auf Pfad und Wege, auf Feld und Wald
So dicht, daß die Sonne ihn kaum durchdrang
Ihr Licht ward ein Zwielicht, bedrohlich und kalt
Und grau wurd’ es die Straße entlang.

Doch dann ganz plötzlich und unverhofft
Ein heller Glanz meine Augen traf
Von einer Gestalt, so wundervoll,
Daß ich einen Blick auf sie warf.

Ein Wesen, so schön, wie niemand es je sah
Das von Licht von seinem Gewand
Erhellte alles ringsum dar
Und zog mich in seinen Bann

Sein Haar wie Gold und Silber gar
Umspielte sein schönes Gesicht
Und als er mir seine Hand reicht dar
Da fürchtete ich mich nicht

Er führte mich fort in sein Reich
Der Sagen und Phantasie
Die Schönheit der Lande war ohne Vergleich
Etwas ähnliches sah ich nie

"Dies ist meine Welt", sprach er sodann
"Ich wache über das Elbenland.
Man nennt mich Laurefin", erklärte er dann
Und nahm mich bei meiner Hand.

"Ich will Dir zeigen, was ist und was war,
Und das, was noch sein wird.
Wo schönes ist, ist Leid oft nah,
das ist es, was uns zerstört."

"Doch ihr Elben, ihr lebt doch ewiglich",
Hörte ich meine Stimme erklingen.
"Wir leben in den Wäldern, vom Winde und Licht,
Die das Laub der Bäume durchdringen.

Doch brauchen wir auch die Hoffnung dazu,
Den Glauben an das Schöne und die Liebe.
Wenn keiner mehr an die Liebe glaubt’
Nur Staub und Asche hier bliebe.

Was Du hier siehst, das ist mein Reich,
Wie es einst überall blühte."
Sprach er, und ich genoß sogleich,
Was ringsumher erblühte.

Die Blumen schimmerten in allen Farben,
Die man sich denken kann,
Und bunte Vög’lein wollten mich laben
Mit ihrem frohen Gesang.

Die Quellen, so klar, und die Luft so rein,
Wie man’s nirgendwo anders find’
Und die Blätter von einem Grün so fein,
Wie sie’s nur im Elbenlande sind.

Die Stämme der uralten Baumriesen
Waren wie von Silber bedeckt
Ein Glücksgefühl wollt sich auf mich ergießen
Als Laurefin mich aus meinen Träumen weckt.

"Sieh’ her", sprach er, "dies wird gescheh’n,
Wenn der Glaube an das Schöne vergeht.
Wenn das geschieht, wird man nur noch seh’n
Wie der Wind über die Einöde weht."

Ich sah das Bild in einem Quell,
Ein Bild voll Traurigkeit
Dunkel war’s, wo’s heut noch hell
Und Staub und Asche nur weit und breit.

Wo heute noch grüne Bäume steh’n
Und klare Bäche springen,
Waren nur noch kahle Stümpfe zu seh’n
Und keine Vögel, die singen.

Die Angst, sie fuhr mir durch die Glieder
Als ich diese Bilder sah.
"Mein Elbenfürst, seh’ ich Dich je wieder?"
Doch er stand nur schweigend da.

Schließlich sprach er wieder zu mir:
"Es liegt an Dir allein,
Solange Du an mich glauben kannst
Werde ich bei Dir sein."

Nun liegt jener Tag schon weit zurück
Doch noch immer bin ich zutiefst verzückt
Von der Anmut des Elben, unendlich nah
Mit seinem weißgold glänzendem Haar

Besungen ward er vieltausendfach
In alten Liedern, die man längst vergaß
In Deinem Gewand aus Sternenlicht,
Mein Elbenfürst, ich glaube an Dich.


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Blumendeko
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