Fragen an das Leben
Wo ist dein Sinn - was ist dein Weg?
Was ist es, das zu Ende geht
Um Neuem einen Weg zu geben?
Das frag ich dich, mein liebes Leben
So viele Wogen schlugen mich
Durch deine unwägbare Gischt
Oft wusste ich nicht, wer ich bin
Oft wusst ich nicht woher, wohin
So viele Jahre zagte ich
Zu schauen in mein Angesicht
Der Spiegel, der mein Antlitz trug
Er zeigte mir nur Lug und Trug
So viele Jahre folgte ich
Der Lüge - sie verfolgte mich
Ich rief sie und sie war geblieben
Hat mich so lange Zeit getrieben
Die Wahrheit war ein Schatten nur
Verdunkelte meine Natur
Mein Herz, es klagte bitterlich
Nur hören konnte ich es nicht
Wer war ich, als ich einsam war
Und meine Dunkelheit gebar
Die mich vor dem, was ist, verbarg
Und mich gefangen gehalten hat?
Ich floh vor mir so lange Zeit
War für die Wahrheit nicht bereit
Die Finsternis, die mich umgab
Sie trieb mich in ein kaltes Grab
So stumm und bitter war es dort
So einsam war's an jenem Ort
Der meine Hölle war gewesen
Und den ich annahm als mein Leben
In Blindheit wandelte ich bald
Durch einen grünen Winterwald
Der mir als leer und tot erschien
Und - wie mein Leben - ohne Sinn
Ein Engel stand auf meinem Weg
Er sprach zu mir "Erkenne dich!"
Er hob sein Schwert für einen Segen
Und schenkte mir ein neues Leben
Inmitten meines Schattenhains
Fiel nun das Licht der Liebe ein
Es reinigte mein dunkles Herz
Hat mich ins Gegenteil verkehrt
Das ist mein Sinn - das ist mein Weg
Ich sehe, was zu Ende geht
Der Liebe einen Raum zu geben
Ich danke dir, mein liebes Leben
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